Projekt armenische Liebe

LOVE von  Robert Indiana auf den Cascaden in Yerevan
LOVE von Robert Indiana auf den Cascaden in Yerevan

Ein fast unerträglich heißer Samstag im Rheinland im August: Mit meiner Freundin bin ich ins Thermalbad mit Außenbecken und schattigem Saunagarten aufgebrochen, um halbwegs entspannt die Hitze des Tages zu überstehen. In der Umkleidekabine piepst mein Handy, eine Nachricht kommt rein. Besser das Handy im Spind lassen und auf Stumm schalten, wenn wir im Bad sind, denke ich, schaue dann aber doch nach, wer mir Samstagmittag schreibt. Ungläubig lese ich meinen Posteingang: Eine Literaturagentur hat mich kontaktiert, ob ich mir vorstellen könnte, das Thema „Armenien“ in der Reihe „111 Gründe, dieses und jenes zu lieben“ zu beackern! 

Im Bademantel auf der Bank in der Umkleide kann ich diese Frage spontan nicht beantworten, auch die spätere Diskussion mit meiner Freundin im Saunagarten bringt mir nicht viel mehr Klarheit. Anfangs kommt mir das Ganze noch recht unwirklich vor. Weitere E-Mails, ein langes Telefonat, noch mehr E-Mails und ein paar Probetexte später kann ich mir dann langsam vorstellen, so ein Projekt anzugehen. Obwohl ich mich anfangs, mittendrin und vermutlich bis zum Ende fragen werde, ob ich wirklich genug Wissen und Erfahrung dafür mitbringe, auch wenn ich drei Jahre in Armenien gelebt und gearbeitet habe. Glücklicherweise ist das “111 Gründe“ Format für Freizeit-Blogger wie mich recht dankbar. Denn ich werde ja keinen aktuellen Reiseführer schreiben, auch keinen umfassenden Wälzer über Landeskunde, sondern „eine Liebeserklärung an das schönste Land der Welt“. Liebe ist ja bekanntermaßen sehr subjektiv, so dass ich mir die schönsten, lustigsten und natürlich liebenswertesten Aspekte aussuchen kann. 

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Wir kriegen alles hin: Armenier im Iran

Khajeh Nazar Caravanserai bei Jolfa, Iran
Khajeh Nazar Caravanserai bei Jolfa, Iran

Von meinen Erlebnissen im Kaukasus zu berichten fiel mir bisher immer sehr leicht. So viele schöne Begegnungen und Erlebnisse, Landschaften und Genüsse, da war lediglich die Auswahl manchmal schwer. Nach meiner Rückkehr von meiner Studienreise zu den Armeniern im Iran ging es mir jedoch ganz anders. Mehrere Iran-Kennerinnen und -Kenner hatten mir en détail eingeschärft, worüber ich auf keinen Fall schreiben dürfe, nicht nur um meiner selbst willen, sondern auch zum Schutz meiner Gastgeber. Viele Dinge, sowohl sehr schöne als auch umso irritierendere, kann ich hier also gar nicht schildern, meine Meinung zu so Einigem noch umso weniger. 

Doch der Iran ist für viele Menschen im Westen so fremdartig und unbekannt, das Leben der armenischen Minderheit dort noch umso mehr, dass immer noch genügend Berichtenswertes für mich übrigbleibt, Hunderte von Fotos kommen dazu.

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Was ich in Armenien gelernt habe

Nun bin ich bald drei Monate zurück in Deutschland nach meinen drei Jahren in Armenien. “Hast Du Dich denn schon wieder eingelebt? Vermisst Du Armenien?” bin ich in den letzten Wochen und Monaten oft gefragt worden. Das finde ich aber eigentlich nicht die wirklich interessanten Fragen. Ich wohne wieder in meiner schönen Wohnung in Bonn, in Armenien habe ich drei wunderbare, einmalige Jahre erlebt und bin gleichzeitig glücklich, wieder zu Hause zu sein. Aber die eigentliche Frage ist doch: Was bleibt davon übrig außer Fotos und Reise-Erinnerungen? Schon in den letzten Wochen vor der Rückreise habe ich daher eine kleine Liste in die Memo-Funktion meines Handys getippt, die Dinge, die ich in Armenien gelernt habe:

Mein armenischer Alltag

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Der Weg ist das Ziel – in Europa

Oder: Heimreise Teil Zwei

Eine Woche ist bereits vergangen, seit wir Yerevan verlassen haben und mit dem Auto ungefähr 2.000 Kilometer quer durch die Türkei getuckert sind. Für den zweiten Teil der Reise haben wir uns überlegt, mitten durch den Balkan zu fahren, und zwar die landschaftlich schönsten und auch noch ursprünglichsten Strecken durch die Berge – also weder Autobahn an der kroatischen Mittelmeer-Küste entlang noch durch Serbien hindurch brausen. Beides wäre schneller gegangen, aber schöner und auch spannender ist der kurvige Weg dazwischen. Oftmals durchqueren wir drei Länder am Tag – Nationen, die ich teilweise vor der Reise auf der Landkarte nur grob hätte verorten können und bei denen ich mir Abends im Hotel die wichtigsten Fakten noch mal auf Wikipedia anlesen muss, um wenigstens einen groben Überblick zu behalten. Ich muss zugeben, dass ich selten zuvor so unvorbereitet und ohne wirklich konkrete Vorstellungen in fremde Länder gereist bin, mich einfach nur auf die Spürnase für schöne Orte und gute Erfahrungen von Wolfgang, meinem Freund und Reisegefährten, verlassend.

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Der Weg ist das Ziel – in Asien

Oder: Heimreise Teil Eins

Vor zwei Jahren und zehn Monaten war ich nach einem recht denkwürdigen Flug in Armenien angekommen und schon lange vor meiner eigentlichen Rückkehr ab Ende Juni dieses Jahres hatte ich begonnen, zu überlegen, wie auch meine Heimreise zu einem besonderen Erlebnis werden könnte. Denn inzwischen bin ich nach meinen recht vielen Flugreisen in den letzten Jahren an einem Punkt angelangt, an dem ich Flughäfen nicht mehr ausstehen kann. Und vor allem war ich sehr neugierig auf all das, was zwischen Armenien und Deutschland liegt und von dem ich bisher nur das allerwenigste kannte. 

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Armeniens Hoffnung

Altstadt von Tbilissi, Georgien
Altstadt von Tbilissi, Georgien

Vor ziemlich genau zwei Jahren war meine schwäbisch-rheinländische Besuchergruppe das erste Mal in Armenien. Nun, in meinem letzten Jahr im Kaukasus, stellte sich meinen Eltern die Frage, ob sie nochmal kommen möchten, solange ich noch hier bin, oder auch nicht. Ich überzeuge sie schließlich mit dem Vorschlag, erst nach Tbilissi zu fliegen und nach zwei Tagen Georgien über Land nach Armenien zu fahren. Zudem überlege ich mir ein Programm, das gezielt in die Landesecken Armeniens führt, die sie bei ihrem ersten Besuch noch nicht gesehen haben. Auch meine Freunde sind mit Begeisterung wieder dabei, ein eingespieltes Team ist also bereit, neue Seiten des Kaukasus zu entdecken.

Kloster Sanahin in Armenien, UNESCO Weltkulturerbe
Kloster Sanahin in Armenien, UNESCO Weltkulturerbe
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Von Tönung über Tattoo bis Torte: Serviceparadies Armenien

Eine meiner vielen Routinevorbereitungen, wenn sich mal wieder Freunde aus Deutschland bei mir in Armenien ankündigen, ist nicht nur die Reservierung meiner Lieblingshotels in den Provinzen oder das Buchen des Mietwagens, sondern oft – eigentlich immer, wenn Frauen dabei sind – eine Terminvereinbarung im Beauty Salon AYK

Auch diesmal ging das wieder so: Um halb fünf Uhr nachts mit dem Flieger gelandet, um zwölf Uhr Mittags bei Hayk auf der Couch. Mein armenischer Lieblingsfrisör freute sich diesmal besonders, hatten meine Freundin und ich doch gleich vier weitere Kundinnen mitgebracht! 

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Gyumris Türen – und mehr

„Welcome to the heart of Gyumri!”

Computerschulungsraum im GTC
Computerschulungsraum im GTC

Das Modell, berufliche Vorhaben mit netten Ausflügen zu verbinden, hat sich ja schon mehrfach bewährt. Daher lege ich meinen nächsten Termin in Gyumri auf einen Freitag Nachmittag, so dass sich quasi nahtlos ein Wochenende in der zweitgrößten Stadt Armeniens dran hängen lässt. 

Und in der Tat: Selbst bei meinem siebten (!) Besuch hier lässt sich Neues und Spannendes entdecken. 

Denn unser Routine-Termin führt uns zunächst ins Gyumri Technology Center. Die PR-Dame des Hauses begrüßt uns gleich mit „Welcome to the heart of Gyumri!“ – also willkommen im Herzen Gyumris – das klingt ja vielversprechend! In diesem Zentrum lernen wir dann nach der Arbeit auch noch einige spannende IT start ups kennen und eines davon – Digital Pomegranate, also der digitale Granatapfel – hat eine Handy App namens „Visit Gyumri“ entwickelt, die uns in den nächsten anderthalb Tagen zuverlässig zu den spannenden Ecken der Stadt lotst und uns gleich noch mit ausführlichen englischen Informationstexten dazu versorgt. 

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Tbilisi loves you

Oder anders gesagt „Tiflis liebt Dich“ – so heißt das kostenlose W-Lan-Netz, das durch die Tifliser Straßen schwirrt und zuverlässig dafür sorgt, dass die Besucher möglichst schnell und bequem die Fotos dieser schönen Stadt mit ihren Lieben daheim teilen oder in die ganze Welt schicken können. Und ich kann nur antworten, ich liebe Tiflis und habe jetzt festgestellt, dass ich schon zu lange nicht mehr da war. Zwei Jahre sind seit meinem letzten Besuch vergangen, zu viel war in Armenien zu bereisen und zu erleben und im Rest der Region. Tiflis kannte ich ja schon - dachte ich … Aber während meiner viertägigen Dienstreise nach Georgien Anfang Februar hatte ich dank meiner geschickten Reise- und der sehr schönen Programmplanung der Kollegen vor und nach der Arbeit viele Gelegenheiten, durch die Stadt zu streifen, Neues zu entdecken – und in der Umgebung der Stadt noch mehr als nur nebelumwallte Klöster bei Schneefall zu besichtigen, denn sogar das Wetter war diesmal auf meiner Seite. 

Das begann schon mit meiner Ankunft an einem strahlend-sonnigen Montag im Februar, denn es war schön warm und die Kollegen hatten ein nettes Hotel am Berghang mit spektakulärer Aussicht über die Stadt für uns reserviert – natürlich vor allem, weil es so nahe beim Büro lag! Ich war rechtzeitig mit dem Auto angereist, denn das sollte man ja bekanntlich im Hellen machen, wie ich bereits schmerzhaft erleben durfte. Daher blieb nach meiner Ankunft noch Zeit für einen Stadtspaziergang. Das Hotel ist auf kurzem Weg durch Treppen und eine sehr steile und schmale Einbahnstraße mit dem Rustaveli Platz, einem der zentralen Plätze von Tiflis, verbunden. 

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Mein – nicht ganz so – geheimes Yerevan …

#StreetsofYerevan

International Balloon Festival Discover Armenia from the Sky
International Balloon Festival Discover Armenia from the Sky

Vor einiger Zeit bin ich auf einen Artikel in dem Blog „Streets of Yerevan“ gestoßen, der sich mit der Frage beschäftigte, was die geheimen Juwelen Yerevans seien. Dieser Text hat mich daran erinnert, dass ich zwar schon viel über Armenien geschrieben habe, einiges auch über Kultur und Kulinarisches, aber keiner meiner Artikel hat sich nur mit Yerevan beschäftigt, der Stadt, in der ich nun seit über zwei Jahren lebe. Es wird also höchste Zeit, diese Lücke zu füllen! Und da ich kein normales Reiseführer-Kapitel über solch eine vielfältige Stadt schreiben kann oder will, folge ich lieber den Spuren von „Streets of Yerevan“ zu den – noch – geheimen Ecken der Stadt:

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Rund ums Geld ausgeben

Shoppingerlebnisse unter der Lupe

Geben wir es doch zu, ein wichtiger Teil unseres Alltags dreht sich ums Geld ausgeben. In Sachen Geld habe ich hier jenseits des Euro-Raumes diesen von außen betrachtet noch bewusster schätzen gelernt als zuvor. Die lokale Währung, der armenische DRAM, schwankt spürbar, was man z.B. an den steigenden Supermarktpreisen für viele importierte Waren ablesen kann.

Und wie umständlich und teuer Geldtransfer in außereuropäische Länder ist, musste ich auch schon schmerzhaft feststellen: Was mich die Überweisung eines Geldbetrages von meinem deutschen auf mein armenisches Konto gekostet hat, bezahle ich sonst für die Kontoführung im ganzen Jahr. 

Aber wenn man diese organisatorischen Hürden gemeistert hat, dann kann es damit losgehen, das ganze Geld wieder auszugeben.

 

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Armenische Heu-Pyramiden

Viel Liebe in der Ordentlichkeit

Ende August hat mein drittes Jahr hier in Armenien begonnen. Bei meiner Ankunft wurde ich zunächst wieder schmerzlich an die Abschiede im Juni erinnert, die mir während des Sommers in Deutschland erst mal gar nicht so bewusst waren. Zwei Sängerinnen – und gute Freundinnen – aus unserem kleinen Chor haben das Land verlassen und auch meine liebe Wandergefährtin, die mich des Öfteren aus meinem Wochenende-Schlunz gerissen und mich auf Festungen und Gipfel gejagt hatte, ist jetzt nicht mehr da.

 

Mitten in dieser melancholischen Stimmung kam dann zum Glück eine gute Freundin aus Deutschland mit ihrer Tochter zu Besuch, beide waren sehr gespannt auf Armenien und voller Tatendrang, den für sie noch völlig unbekannten Kaukasus entdecken zu wollen. 

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Mit den Wölfen schlafen …

Garni-Tempel
Garni-Tempel

Anfang Juni hatte sich wieder Besuch aus Deutschlands Südwesten bei mir in Armenien angemeldet und die Reiseagentur Silvia wurde erneut aktiv. Denn inzwischen höre ich des Öfteren von meinen Freunden den Scherz, dass ich, wenn ich irgendwann beruflich mal keine Alternative mehr hätte, auch eine Reiseagentur aufmachen könnte.

Bis dahin plane ich nur in der Freizeit erneut ein Programm, um in acht Tagen möglichst viel von Armenien zu sehen und zu erleben – sowohl im Hinblick auf die verschiedenen Regionen als auch auf unterschiedliche Sehenswürdigkeiten.

Wir beginnen mit den bekannten Highlights im Süden, die fast jeder Armenien-Tourist abklappert: Der Tempel von Garni, die Klöster Geghard, Chor Virab, Noravank und Tatev (mit einer Fahrt in der längsten Seilbahn der Welt), gefolgt von der Selim-Karawanserei und dem Sevan-See, zudem als kleiner Abenteuer-Abstecher über die Schotterpiste zum Kloster Gndevank. Besonders die grandiosen armenischen Landschaften, im Juni meist noch saftig-grün, begeistern meine Freunde sehr, gerne verbunden mit einer kleinen Zwangspause unterwegs inmitten einer Schafherde.

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Zwischen Klöstern und Kellereien …

Nun, Klöster habe ich in den letzten anderthalb Jahren in Armenien schon viele besucht, bis zur ersten Kellerei hat es dann doch ein wenig gedauert. Die Endprodukte derselbigen waren mir natürlich aus gelegentlichen Besuchen von einigen der vielen Weinbars in Yerevan durchaus vertraut, Betriebe fehlten mir aber noch. 

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